Umweltschutz muss in den Köpfen ankommen …

Bei uns liest man jeden Tag von dem Plastikmüll er vielerorts exportiert wird und dann an vielen Orten unweigerlich im Meer landet. So kürzlich die Meldung, dass im Marianengraben Plastik gefunden wurde.

Bei uns tut sich vieles in den Köpfen und auch in der Geschäftswelt – auch wenn teilweise nur mit Augenwischerei und halbherzig. So verrottet die abbaubaren Tüten nur sehr eingeschränkt und unter bestimmten Bedingungen. Darüber hinaus enthalten viel Zusatzstoffe aus Öl etc. und diese bleiben bestehen; auch wenn der Mais sich zersetzt hat. Aus dem Blick ist nicht aus der Umwelt!

Aber so richtig bewusst wird die Umweltproblematik, wenn man diese vor Ort sieht. Gestern saß ich am Mittelmeer und ich lernte einen Herren kennen, der gerade von einem Tauchgang zurück kam. Es war nicht der Fisch, den er gefangen hat der die Aufmerksamkeit erregt hat. Vielmehr war es seine große Beute.

Wir kamen ins “Gespräch” und er meinte das da unten noch viel mehr von dem Zeug zu finden ist. In seiner Beute befanden sich abgerissene Fischernetze und sonstiger Platikmüll in unterschiedlicher Größe. Seine Worte waren “das in 10 Jahren werden wir nur noch Plastik aus dem Meer holen“.

Bei ihm war der Gedanke angekommen, dass etwas im Umdenken der Menschen stattfinden muss. Gleiches wurde mir von einer jungen Dame in einem Papiergeschäft bestätigt. Bei ihr gibt es nur noch Papiertüten – unbedruckt.

Sieht man sich aber sonst im Alltag hier in Spanien um, dann ist noch viel Aufklärungsarbeit erforderlich. Leider bin ich der Sprache nicht mächtig um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Positiv ist mir ein großer deutscher Discounter aufgefallen (gelb-blaues Logo). Dort wird an der Kasse nicht nach Bolsa (Tüten) gefragt und die Kunden bringen mehrheitlich Taschen und Tüten für deren Einkauf mit. Auch werden im Kassenbereich nur Papiertüten und Mehrwegtaschen (die sind natürlich teurer) angeboten.

Geht man hingegen zu mercadonna, einem der großen spanischen Discounter, dann wird jeder Kunde automatisch an der Kasse nach einer Bolsa gefragt. Die kosten zwar 6 Cent – aber darüber stehen die Kunden und schnell sind 2-3 Tüten bei jedem Einkauf und Kunden wieder im Umlauf. Ehrlich kann ich mir nicht vorstellen, dass diese mehrmals verwendet werden. Bei mercadonna findet man auch Papiertüten. Zum einen sieht diese der Kunde gar nicht erst und freiwillig wird sich der Mitarbeiter nicht danach bücken. Diese liegen versteckt unter der Kasse. Der Griff zur Plastik-Bolsa geht einfacher von der Hand.

Dieses Beispiel lässt sich fast jedes Geschäft fortsetzen, wo Kleinsteile (die dann schon in Platik verpackt sind) nochmal in eine dieser “Apotheker-Tüten” verpackt wird – schon von der Größe kaum ein zweitesmal zu nutzen.

Auch ein fehlendes Mehrwegsystem wäre ein weiterer Punkt über den es nachzudenken gibt.

Sicherlich dürfen diese Beispiele nicht über das Umgehen mit dem Plastikmüll bei uns in Deutschland hinweg täuschen und wir haben noch ausreichend “Leichen im Keller” – aber das größte Einsparungspotential liegt wohl darin in diesen Ländern im Urlaub darauf hinzuwirken. Immer wieder kommt man mit Menschen ins Gespräch und vielleicht multipliziert sich somit der Umweltgedanke.

Denken wir abschließend daran, was der Tauscher gesagt hat “in 10 Jahren holen wir hier nur noch Plastik raus“!!

Ergänzung vom 7. Juni 2019

Als ich diesen Beitrag verfasst hatte wusste ich noch nichts vom Plastik-Atlas der von der Heinrich Böll Stiftung herausgegeben wurde. Danach ist Deutschlad das Land mit dem größten Plastik-Pro/Kopf-Verbrauch in Europa. Nach meinen Beobachtungen der letzten Tage in Spanien und meinem eigenen Konsumverhalten kann ich mir das so gar nicht vorstellen.
In diesem Zusammenhang gibt es einen interessanten Beitrag in der ZDF-Mediathek was unter anderem das “Mehrwegsystem” beleuchtet, dass nur eine Augenwischerei ist und im Grunde nur sich positiv auf die Profitgier der Petrochemie auswirkt. Auf die Umwelt schon gar nicht!

Link zum Interview mit Frau Barbara Unmüßig, Heinrich Böll Stiftung im ZDF-MoMa vom 6.6.2019

Es kommt noch schlimmer – die betreffende Industie möchte nochmehr Plastik produzieren.

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Über TheAuthor

Moin Moin, wie der Norddeutsche sagt. Mein Name ist Jan Tappenbeck. Ich betreibe diesen Blog der über Dinge berichtet die in meinem Umfeld passieren bzw. die mich interessieren. Mein Schwerpunkt liegt hierbei im OpenStreetMap-Umfeld sowie der Modelleisenbahn in Spur Z - blicke aber auch immer mal gerne über den Tellerrand.
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