Bau eines Modules II – Teil 4 – Details

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Ich bin mit dem Schreiben meiner Blog-Beiträge, was den Modulbau betrifft, etwas in Rückstand gekommen und eigentlich sollte die Präsentation in Altenbeken stattfinden. Nun wurde alles abgesagt wegen der logo_wikipedia Corona-Pandemie und vielleicht gelingt es mir nun meine angefangen Beiträge fertig zu stellen.

Wegebau
Die ‘wassergebundenen’ Wege auf dem Modul sind aus Vogelsand erstellt worden der in NOCH Leim eingestreut wurde. Leider sind die Schichten etwas dick geworden und deshalb werde ich bei einem nächsten Projekt den Weg einschlagen, der in einem Video vom Miniaturwunderland “Bella Italia Folge 15- Begrünen” (3:18 min) vorgeschlagen wurde. Den Untergrund durchgehend zu sanden und den Verlauf durch Granieren hervorzuheben.

Wegebau

Die angrenzenden Flächen habe ich mit gesiebten Mutterboden (MuBo) bedeckt. Als Kleber wurde wiederum der von NOCH angewandt – es ist irgendwie immer die Kunst die richtige Menge Kleber zu verwenden. Zu wenig hält nicht – zuviel näßt durch. Durch den MuBo-Auftrag hat sich glücklicherweise die Wegeschichtdicke wieder etwas relativiert.

Die Wege wurden im Anschluss mit der Airbrush behandelt. Eine Grundabdeckung aus Vallejo Burnt Umber (71.040) – 5 Teile und 1 Teil Sand (71.075). Dann noch etwas “Nebel” aus Burnt Umber darüber. Mit Burnt Umber wurden auch grobe Fahrspuren kenntlich gemacht. Später soll noch staubgrau als Pulverfarbe den Abschluss bilden.

Begrasung
Mit die längste Planungszeit haben die Golflächen in Anspruch genommen. Ich hatte nicht passende kurze Gräser und außerdem warich mir auch unsicher mit der Verarbeitung dieser.

Deshalb hatte ich mich zunächst deshalb für Industrierasen-Flächen entschieden. Zwei verschiedene Grasarten um die Fläche und den Bereich um das Loch darzustellen. Damit die Flächen “sauber” ineinander passen habe ich entsprechende mit 23er Locheisen (nicht die vom Golf, sondern aus dem KFZ-Bereich) ausgestanzt.

Mit elektrischen Bartrasierer wurde dann die Graslänge noch etwas eingekürzt.

Befestigung der Grasmatte

So ganz gefiel mir das aber nicht. Als ich dann Anfang Februar passendes Gras zur Verfügung gestellt bekam wurden die Grasmatten wieder “umgepflügt” und neu “angesät”. Die Fläche wurde mit Mininatur 2mm-Frühling (002-21) begrünt. Der Bereich um das Loch mit Polák 1mm-Frühlingsgrün (8101). Als Höhenausgleich der Grasfasern erfolgt mittels einer kleinen Pappscheibe unter den Polák-Grasfasern.

Auch bei den Gräsern zeigt sich, dass eine Farbbezeichnung bei der Firma A nicht mit derselben Bezeichnung bei der Firma B ist. Die Abweichungen sind teilweise massiv. Hier gilt weiterhin die alte Redewendung “greifen und begreifen”. Man muss das Material einfach einmal visavis ansehen. Auch der Unterschied in der Anwendung des Materials ist sehr unterschiedlich. Mir hat bei den Arbeiten das Gras von Mininatur am besten gefallen.

Sandbunker wurden mit Hilfe einer größeren Holzkugel in den Untergrund eingerollt. Da dieser aus Styrodur besteht gibt dieser bei entsprechendem Druck nach und bildet somit eine Kuhle aus. Ausgekleidet wurde der Bereich ebenfalls mit feinstem Sand und ockerfarbener Abtönfarbe.

Formen von Sandbunkern

Um die Golfgrün-Flächen wurde höheres Gras (Rough) gesät mit NOCH Sommerwiese (Nr. 07076). Dieses Gras ist aber dahingehend unschön das es bei entsprechendem Licht sehr glänzt. Hier habe ich leider den Fehler gemacht erst das lange Gras zu setzen und dann im Anschlussbereich das kürzere.

Erste Runden werden gedreht

Tubenpipette zum Leimauftragen

An den Modulübergängen ist wieder Polák 8209, wie in der efs-Norm beschrieben, zur Anwendung gekommen.

Die Begrasung der anderen Flächen wurde weitgehend, wie in Trainini (Archiv:2017/09) von Dirk Kuhlmann beschrieben durchgeführt. In den Flächen wurden dann Spots von längerem Gras zur Unterbrechung gesetzt.

Hierbei hat sich eine kleine Tubenpipette aus dem Bastelladen (0,70 € / Stück) äußerst gut bewährt. Der NOCH-Kleber lässt sich damit sehr gut aufbringen und im Gegensatz zur Spritze vertrocknet nichts. So kommt man nicht in die Versuchung mehr Druck auf die Spritze auszuüben und plötzlich ist das Malheur da. Gemeint ist der große Leimfleck.

Wegeränder
Damit das Gras nicht bis “dicht” an die Wege reicht gibt es einen Grünstreifen. Mit einem feinen Teesieb wurde bei dem verwendeten Woodland Fine Turf T1345 nochmal die gesiebt und dann der ganz feine Turn von einem Teelöffel unter Zuhilfenahme eines Zahnstocher aufgebracht. Mit leichtem Fingerdruck ist der Turf in den NOCH Leim eingedrückt worden. Ich bezeichne diesen als “Touch-And-Go”-Andruck. Nur ganz eben berühren und schon wieder den Finger weg.

Leim aufbringen

Ergebnis


Büsche als Feldabtrennung

In Norddeutschland gibt es zur Feldabtrennung oft Knicks und andere Buschflächen. Diese überdimensionalen Büsche habe ich bisher nicht nirgendwo so richtig im Modellbahnbereich gefunden. Also musste experimentiert werden. Erste Versuche hierzu fanden bei einem Bastelwochenende bei den Eisenbahnfreunden Bad Schwartau im Herbst 2018 statt.

Statt einen Stamm aus Draht mit Ästen zu drehen habe ich nach wenigen Drehungen die Hauptstämme aufgefächert. Diese verlaufen mehr oder weniger “parallel nach oben. 10 Drähte bilden ein Busch der dann mit matter brauner Farbe grundiert wurde. Im nächsten Schritt kam der Begraser zum Einsatz. Zwei Schichten bilden das feine Astwerk. Man wundert sich, wie groß so ein Busch dann werden kann.

Draht begrast

Beflockt mit NOCH-Blättern

Beispiel

Verschiedene Varianten wurden dann durch Aufbringen von NOCH-Laub und Blüten gefertigt.

Auf gleiche Art und Weise wurden kleinere Büsche hergestellt. Hier diente eine Art Filterwatte als Basis.

Büsche auf Basis von Filterwatter

Bodendecker
Diese Bepflanzung ist für mich immer relativ schwierig weil das angebotene Material mir in der Regel nicht gefällt oder dann auf den Trägerfolien oftmals zu hoch ist. So ist Polák 5913 fast gute 2cm (= 4,4m) hoch.

Nun ist mir aber die Idee gekommen einfach nur die obere Schicht von diesen Fertigmatten abzuschneiden und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Einkürzen von Grasmatten

Bodendecker-Beispiel

Bei der Anlage der Bodendecker habe ich mich am Hang des Bahnhof “Lübeck-Skandinavienkai” (Karte) orient.

Weitere Bepflanzung
Neben den Bodendeckern kamen die “niedrigen Sträucher” von Polák sowie Blütenstreifen von Mininatur zum Einsatz. Letztere wurden in ca. 5mm Stücken geschnitten, etwas gedreht und so zu Büschen verwandelt.

Weitere Pflanzen wurden selbst gefertigten Grasbüschel hergestellt (Begrasen von Leimpunkten). Das Modul ist in der blühenden Jahreszeit angesiedelt und deshalb wurden die Grasbüschel mit Blüten von Mininatur, in unterschiedlichen Farben, verfeinert.

Blütenstreifen von Mininatur

Selbstgefertige Büsche

Bäume
Die Bäume, entlang des Weges der über die Brücke führt, sind nach den bekannten Drahtdreh-Methoden erstellt. 3 Pyramidenpappeln von Mininatur (113-02) habe ich noch geschenkt bekommen und ihren Platz an einem Feldweg gefunden. Auch die Fichten sind nach dieser Methode erstellt – allerdings nicht von mir. Entsprechende Fertigungsmethoden sind von Rita Kruse-Spiekermann im Trainini (Archiv: 2017/09, 2018/3,10) beschrieben.

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Über TheAuthor

Moin Moin, wie der Norddeutsche sagt. Mein Name ist Jan Tappenbeck. Ich betreibe diesen Blog der über Dinge berichtet die in meinem Umfeld passieren bzw. die mich interessieren. Mein Schwerpunkt liegt hierbei im OpenStreetMap-Umfeld sowie der Modelleisenbahn in Spur Z - blicke aber auch immer mal gerne über den Tellerrand.
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